Fotodings – Langeoog LockDown

Im November war die Insel wieder zu. Aber richtig. Da hatte nix auf. Nur mit Arbeitsvisum durfte ich rüber. Und wie ich drauf war, war die Heizung kaputt. Also zog ich den kleinen Radiator wie die Tigerente hinter mir her durch die Wohnung. Wo ich bin, ist es warm. Fast. Als der Installateur kam, machte er Installateursachen, aber das ließ die Heizung kalt. Nur wenn man ihr zärtlich mit dem Schraubenzieher ans Druckdöschen klopfte, zündete sie den Brenner. Ersatzteil? Nach dem Wochenende! Und nach dem Wochenende kam das Ersatzteil nicht mit dem Schiff oder das Schiff nicht mit dem Ersatzteil. Und dann kam das Schiff und das Ersatzteil, aber auf der Hauptstraße gab´s einen Wasserschaden. Drei Tage länger auf der Insel. Tragisch.

Alles zu, keiner da

Zum Glück kam die Tage die Sonne tief rein und warf allem, was sich ihr in den Weg stellt, die Umrisse lang hinter sich – die alte neckische Schattenspielerin die. Man hätte sich am liebsten den erst besten Menschen gepackt und hätte gerufen: „Da guck mal, wie fein!“ Aber da war Nömmes.

Da bin ich dann halt über den Strand gelaufen und habe gerufen: „Hallo Möönschen?“ Doch nur ein paar Möwen antworteten leise von oben herab mit „Krah“, während der Wind den Wellen die Kämme frisierte. Ab und an menschelte es in der Ferne dann doch. Man grüßte sich, wenn aus der Ferne Nähe wurde und ließ die Nähe schnell wieder zu Ferne werden. Immer dem Meeressaum entlang gestampft.

 

Aber Obacht im Flutsaumbereich!

Mal ´ne Frage: Warum finden es alle eigentlich immer voll poetisch, wenn sich die Nacht auf etwas legt, aber nicht, wenn ich mich auf etwas lege?

Über die Rückfahrt lasse ich dann lieber die Sonne untergehen. Wieder zurück auf dem Parkplatz auf dem Festland war die Autobatterie tiefenentleert. Licht angelassen. Wie der Notdienst dann kam und dem Zündfunken einen Stubs gegeben hat, sagt der noch: „Aber nicht den Wagen ausgehen lassen, dann lädt die Batterie sich von selbst wieder auf!“. Ich bin genau bis zur ersten Ampel in Esens gekommen. An die Start-Stopp-Automatik des Autos hatte ich nicht gedacht. Und wie der ADAC dann kam und dem Zündfunken einen Stubs gegeben hat, sagt der noch: „Aber nicht den Wagen ausgehen lassen, dann lädt die Batterie sich von selbst wieder auf!“. Danach bin ich bis Ems-Fechte gekommen, auch ein Hippie muss mal Pipi (t´schuldigung), und wie ich so auf den Rastplatz fahre, denke ich noch: „Nicht den Wagen ausmachen!“. Hat super geklappt. Und wie der ADAC dann kam und dem Zündfunken einen Stubs gegeben hat, sagt der noch: „Aber nicht den Wagen ausgehen lassen, dann lädt die Batterie sich von selbst wieder auf!“. Diesmal habe ich es dann aber bis nach Hause geschafft.

2 Comments

  1. Hi Amaot,

    ich muss sagen, dass ich die kleine Reportage sehr gelungen finde. Man erlebt die Insel in einer völligen Ruhe. Und du hast auch die Situationen sehr schön in sprechenden Bildern festgehalten. Ein schönes Werk für die Zeit nach Corona um sich daran zu erinnern wie es damals aussah. (Sofern man das noch mal möchte :))

    Grüße

    Markus

    1. Hallo Markus,
      lieben Dank! Ja, das war schon fast eine surreale Erfahrung. Ende Februar muss/darf ich wahrscheinlich wieder hin. Bin mal gespannt, wo wir dann stehen und wie es dann aussieht.
      Grüße
      Amaot

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